CDA Landesvorsitzender Adolf Kessel und Landesmitgliederbeauftragter Christian Hirschmann fordern die irische Airline Ryanair auf, sichere Arbeitsverhältnisse für ihre Angestellten zu schaffen.

Nach europaweitem Druck konnten Pilotenvereinigungen der Länder Irland, Großbritannien, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal einen ersten Erfolg verbuchen. Die irische Airline Ryanair ist erstmals in ihrer Unternehmensgeschichte bereit, über einen Tarifvertrag zu verhandeln.


Helfen, wird das jedoch, nur den wenigsten der Piloten, denn wie die CDA aus Pilotenkreisen erfahren hat, sind zweidrittel von ihnen in einem sogenannten „Contractormodell“ beschäftigt. Hier werden die Piloten in eine Scheinselbständigkeit gedrängt. Das heißt, der Vertrag des Piloten läuft über die irische Unternehmensform Limited, jedoch nicht bei Ryanair direkt, sondern über eine Firma an der ein Pilot als Mitinhaber beteiligt sein muss. Ryanair bucht dann bei der Limited die benötigten Flugstunden und der Geschäftsführer, welcher in der Regel ein Steuerberater ist, rechnet Stundenweise bei der Gesellschaft ab.
Das heißt für den Piloten zum einen, dass er wenn er krankheitsbedingt ausfällt oder Urlaub hat kein Gehalt bekommt. Zum anderen wird das Sozial- und Steuersystem umgangen. Durch das unsichere Arbeitsverhältnis fliegen Piloten angeblich aus Existenzängsten sogar, wenn sie krank sind. Wenn ein Pilot seine Steuererklärung abgeben möchte, kann das Finanzamt meist nicht beraten und er wird an das Land der Unternehmensform verwiesen. Meist zahlen die Piloten aufgrund des deutschen Steuerrechts sowohl Arbeitgeber-, als auch Arbeitnehmeranteil bei den Sozialabgaben. So kann es passieren, dass ein Copilot nach seiner 150.000 € teuren Ausbildung (Netto) gerade einmal 900 € monatlich von seinem Gehalt bleiben. Dies führt dazu, dass die Piloten sich in einem Zweitjob etwas dazuverdienen müssen, statt sich für den nächsten Flug zu erholen.


Daher fordert die Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft Rheinland-Pfalz die Airline auf, sichere Arbeitsverhältnisse zu schaffen und das Contractormodell endlich abzuschaffen.


CDA Landesvorsitzender Adolf Kessel sagt hierzu: „Ein Personalmanagement, dass sogar Leasing- und Zeitarbeitsfirmen noch unterbietet, ist nicht tragbar. Piloten wie auch Bodenpersonal brauchen sichere Arbeitsplätze und sollten im Sozialsystem ihres jeweiligen Einsatzortes integriert sein. Personal in eine „Selbstständigkeit“ zu drängen ist ein Angriff auf jeden Arbeitnehmer und sollte von der Airline noch einmal überdacht werden.“
Auch der Landesmitgliederbeauftragte Christian Hirschmann geht mit der Airline scharf in Gericht: „Ein Minijobber hat mehr Arbeitnehmerrechte als ein Pilot, dass steht weder im Verhältnis der Verantwortung, noch ist es gerecht. Zudem verstehe ich jeden Piloten, der sich durch das Contractormodell unter Druck gesetzt fühlt.“ Berufend auf Pilotenkreise sagt er weiterhin: „Ein Pilot der mit 900 € nach Hause geht und in seiner Regenerationszeit noch Taxi fährt, oder bei namenhaften Fastfoodketten nebenbei noch etwas dazuverdienen muss um seinen Lebensunterhalt zu stemmen ist nicht gerade ein Aushängeschild für einen Arbeitgeber. Seine Ausbildung refinanzieren, eine Wohnung zahlen und seine Familie zu ernähren ist so wohl kaum möglich. Aktuell gibt lediglich das von Ryanair gelebte Schichtmodell den Piloten Anlass noch freiwillig bei der Airline zu arbeiten.“

   
© CDU-Ludwigshafen